Mentale Fitness

Kreatin ist an allen Prozessen im Körper beteiligt, die Energie benötigen. Deswegen enthalten nicht nur Muskelzellen, sondern auch  Gehirn- und Nervenzellen besonders viel Kreatin.

Während die Funktion des Kreatins bei der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit sehr gut erforscht ist, war lange Zeit von der Wirkung des Kreatins auf die geistige Leistungsfähigkeit wenig bekannt. Sowohl Muskel- als auch Gehirn- und Nervenzellen nutzen ATP als schnell verfügbare Energiequelle, und in Zeiten hohen Energiebedarfs ist Kreatin direkt an der Bereitstellung von ATP beteiligt. Eine Erhöhung des Kreatinspiegels führt daher zu mehr verfügbarer Energie. Ein Kreatinmangel dagegen, der durch die beeinträchtigte Fähigkeit des Körpers zur Produktion von Kreatin entsteht, kann zu einer schwerwiegenden physischen und geistigen Unterentwicklung und sogar zum Tod führen.

Durch eine höhere Kreatinzufuhr werden die Muskelspeicher für Kreatin um 15 - 30 % aufgestockt und die physische Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert. Berichten zufolge wurde nach Kreatineinnahme auch eine höhere Kreatinkonzentration im Gehirn des Menschen festgestellt, was sich aufgrund der positiven Wirkung auf den Energiestoffwechsel auch auf eine verbesserte Gehirn- und Gedächtnisleistung auswirkt. Die Wirkung einer Kreatineinnahme auf die geistige Leistungsfähigkeit wurde in einer im Jahre 2002 in Japan veröffentlichten Studie untersucht.

Die Teilnehmer dieser Studie mussten 15 Minuten lang wiederkehrende Rechenaufgaben mit Zufallszahlen auf einem Papierausdruck lösen. Nach einer 5-minütigen Pause folgte dann ein weiterer Durchgang von 15 Minuten Dauer (Uchida-Kraepelin-Test, UKT). Den Teilnehmern wurde vorgegeben, so viele Aufgaben wie möglich auszurechnen. Die typischen Ergebnisse bei diesen Tests sehen so aus, dass die anfängliche Leistung zunächst abnimmt, aber noch während der ersten 15 Minuten wieder ansteigt. Nach einer Pause von 5 Minuten ist die anfängliche Leistung höher im Vergleich zum Ende der ersten 15 Minuten, lässt dann aber (bedingt durch geistige Ermüdung) kontinuierlich nach.

In dieser Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Kreatineinnahme die geistige Ermüdung bei wiederholten, einfachen Rechenaufgaben deutlich verringert. Kreatin konnte dabei sogar die Leistung während des zweiten 15-minütigen Rechendurchgangs signifikant steigern. Die Teilnehmergruppe bestand aus 24 gesunden Personen (19 Männer und 5 Frauen, 24,3 ± 9,1 Jahre alt). Dieses Ergebnis wird auch darauf zurückgeführt, dass Kreatin die Sauerstoffversorgung in den entsprechenden Regionen des Gehirns verbessert.